Herbst-Winter-Depression


Depression ist grundsätzlich ein häufiges Leiden. Bis zu 20% aller Menschen leiden einmal im Laufe des Lebens daran. Man kann davon ausgehen, dass etwa 5% der Bevölkerung gegenwärtig unter einer Depression leiden – Das sind immerhin rund 400.000 Menschen!

Eine Sonderform dieser Erkrankung ist mit einer Häufigkeit von etwa 1:5 die so genannte Herbst-Winter-Depression. Eine beliebte Hypothese geht davon aus, ein „Mangel an Sonnenlicht“ könnte dafür verantwortlich sein.

Das „Österreichische Institut für tiergestützte Salutogenese & Forschung“ (AIAASR/Austrian Institute for Animal Assisted Salutogenesis & Research, www.aiaasr.com) verfügt über mehrjährige Erfahrung bei Angst- und Depressions-Erkrankungen. Beide Krankheitsbilder steigen kontinuierlich an und Angststörungen sind - knapp von Depressionen gefolgt – statistisch häufigster Beweggrund, warum Menschen am AIAASR eine MTG-Therapie in Anspruch nehmen.

In der praktischen Arbeit mit den Betroffenen – das gilt sowohl für Depressions- als auch Angstpatienten - hat sich gezeigt, dass es unter MTG-Therapie binnen weniger Wochen zu einer ersten Besserung des Befindens kommt. Im Fall einer so genannten Intensivtherapie sogar binnen weniger Tage.

Nur in schweren Fällen müssen derartige Erkrankungen mit Psychopharmaka behandelt werden, aber die sind eben das, was sie sein sollen, eine vorübergehende chemische Krücke für den Gehirnstoffwechsel.

Nicht beeinflusst werden von ihnen wichtige Bereiche des Verhaltens wie etwa des Selbstwertgefühls, des Selbstbewusstseins, des Sozialverhaltens, der Sozialkompetenz, der Achtsamkeit und andere wichtige Verhaltensparameter. Genau an diesen Punkten setzt die „Medizinorientierte TierGestützte Therapie“ (MTG-Therapie) effizient an und ergänzt damit zusätzlich allfällig nötige Medikamente ideal.

Dabei steht nicht ein „standardisiertes Krankheitsbild“ im Mittelpunkt, sondern der individuelle lösungsorientierte Bedarf der Betroffenen. Voraussetzung ist aber dennoch der unbedingt notwendige medizinische Hintergrund des Therapeuten, um die entsprechenden Verbesserungen nicht nur entsprechend bewerten und „lesen“ zu können, sondern mit den therapeutischen Maßnahmen auch an den richtigen Punkten anzusetzen.

Dazu gehört im Einzelfall auch die Empfehlung, gegebenenfalls ein Antidepressivum einzunehmen. Faktum ist allerdings, dass so gut wie alle internationalen medizinischen Fachgesellschaften Therapie höher ansiedeln als Medikamente. Eine Tatsache, die in krassem Widerspruch zur gelebten Krankenkassen-Praxis in Österreich steht.

Die MTG-Therapie wurde am AIAASR vor einigen Jahren speziell entwickelt und wird sonst nirgendwo angeboten. Man könnte sie grob als „soziokognitive Begegnungstherapie“ umschreiben.

Das Tier stellt dabei in seiner neutralen Stellvertreterfunktion eine Art sozialen Sparringpartner dar, der im problembezogenen Setting sofort positive Rückmeldung gibt, wenn sich Sozialkompetenz und Beziehungsfähigkeit wieder verbessern. Dieses Echtzeit-Feedback ermuntert natürlich besonders stark, sich in der Therapie weiter erfolgreich zu engagieren.

Anders als in der reinen Gesprächstherapie können Problemstellungen „live“ erarbeitet werden, mit der Involvierung eines echten Lebewesens und nicht nur als theoretisches Wortspiel. Anders als bei der reinen Gesprächstherapie kommt es daher zu gelebter Erkenntnis, wenn sich ein negatives Verhaltensmuster positiv wandelt. Das Ergebnis ist ein rascher, nachhaltiger und alltagstauglicher Lernprozess mit ebenso raschem Therapieerfolg.

Da nun die Zeit der kurzen Tage naht, leiden viele Menschen an einer Sonderform der Depression – der Herbst-Winter-Depression. Dem einen reicht bei dieser melancholischen Verstimmung, die in ihrer subklinischen Form auch „Winterblues“ genannt wird, schon, einfach mehr hinaus zu gehen, während sie bei anderen so stark ausgeprägt ist, dass man von einem echten Krankheitsbild sprechen darf.

Aäs typische Beschwerden gelten Energiemangel, depressive oder ängstliche Stimmungslage, gesteigerter Appetit mit Gewichtszunahme, vermehrtes Schlafbedürfnis und dennoch Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, vermindertes Verlangen nach Sexualität, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen.

Das Charakteristikum einer Herbst-Winter-Depression ist, dass die Symptome mit dem Sommerhalbjahr wieder nachlassen. Daher nennt man sie auch „saisonale Depression“. Es ist ebendiese Saisonalität, die zur Hypothese geführt hat, der Mangel an Sonnenlicht wäre dafür verantwortlich.

Das beliebte Erklärungsmodell besagt: Licht wird über die Netzhaut des Auges aufgenommen und in elektrische Impulse umgewandelt, die zu einer Gehirnstruktur namens Nucleus suprachiasmaticus gelangt. Dieser leitet den Wechsel von Licht bzw. Helligkeit und Dunkelheit (Schlaf-Wach-Rhythmus) zu bestimmten Teilen des Gehirns, die für unterschiedliche Körperfunktionen verantwortlich sind.

Zu diesen Funktionen zählt u.a. auch die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin, das bei Licht (fördert das "Glückshormon" Serotonin) unterdrückt und bei Dunkelheit produziert wird. Dem Schlafhormon wird u.a. eine "depressionsfördernde" Wirkung zugeschrieben. Auch Blutdruck, Körpertemperatur, Hungergefühl, sexuelles Bedürfnis und unsere Stimmung wird vom täglichen Rhythmus aus Licht und Dunkelheit beeinflusst.

Vom tatsächlichen biologischen Wirkmechansimus der netten Hypothese hat man allerdings keine Ahnung.

Vor diesem Hintergrund wird immer wieder „Lichttherapie“ empfohlen. Behauptet wird ein antidepressive Effekt von Tageslichtlampen, der wie beim natürlichem Licht auch über das Auge vermittelt wird. Analog verwandelt die Netzhaut die Lichtsignale in serotoninfördernde Nervenimpulse um.

Was bei dieser scheinbar hoch plausiblen Hypothese verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass selbst bei dichtestem Nebel selbstverständlich ausreichend UV-Strahlen vorhanden sind, die über spezielle Netzhautstimulation die körpereigene Serotoninproduktion anregen. Es würde also der ausreichende Aufenthalt im Freien völlig ausreichen, um hier nachzubessern. Wazu soll mann da in teure Lichttherapiesitzungen oder gar spezielle Therapielampen investieren?

Mit der MTG-Therapie steht eine vielseitige Behandlungsvariante zur Verfügung, die den Aufenthalt in der Natur – also „im natürlichen Licht“ – mit lösungsorientiertem Verhaltenstraining verbindet, ein ansatz der ursprünglich aus dem tiergestützten Personal Coaching kommt.

Erprobt ist die MTG-Therapie bei verschiedenen Depressions- oder Angstvarianten und kann als Outdoor-Therapie bei der Herbst-Winter-Depression besonders erfolgreich eingesetzt werden. Nicht zuletzt, weil sie sich in ihrer Umsetzung nicht auf die Wirkung des Lichts beschränkt, sondern ein deutliches Mehr an multimodalen therapeutischen Benefits bietet.