„Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

(...den Nordamerikanischen Cree-Indianern zugeschrieben)


Medizin ohne Ethik ist eine Peinlichkeit...

Manchen mag es wundern, dass in der Zeit des "Alles ist Möglich"-Denkens jemand meint, so etwas wie Philosophie wäre im Hintergrund einer therapeutischen Einrichtung erforderlich. Nicht, wenn man sich auf Biomechanik, Pharmakologie und Medizintechnik beschränkt. Jedoch sehr wohl, wenn man mit Menschen ganz persönlich arbeitet. Besonders dann, wenn total verblendete Universitätsprofessoren und Ordinarii nur mehr von "Big Data" schwärmen. Am Menschen und seiner unverwechselbaren Individualität kommt niemand vorbei. Mit Sicherheit reduziert sich der Mensch auch auf keine Ansammlung von Daten, was immer und wia lange immer man messen möge. Der weltberühmte Wissenschaftsphilosoph sagt dazu: "Das Ganze ist etwas völlig anderes als die Summer seiner Teile." Oder wie es ein Deutscher Genetiker formuliert hat: "Grundsätzlich ist der Mensch der Maus genetisch recht verwandt. Nur wissen wir leider nciht, warum in einem Fall ein Mensch und im aderen eine Maus entsteht."

Am AIAASR erfolgt individuelle, ja sogar tagesaktuell situationsgebundene Arbeit. Dabei sind unsere Tiere bzw. Tierspezies in den Behandlungsprozess integriert. Das Tier ist dabei weder "die Therapie" noch "der Therapeut" - wie das völlig überholte, kindlich-naive Erklärungsmodelle stereotyp behaupten - sondern es ist sozialer Trainingspartner, Katalysator oder auch Indikator im Sinne eines "Seelenstethoskops", um einige praxisgebundene Beispiele zu nennen.

Therapeut und Tier bilden ein integratives Team. Diese Partner müssen einander sehr gut kennen, um einen maximalen Erfolg zu ermöglichen, ähnlich wie im Mannschaftssport oder in sehr gut abgestimmten Operationsteams. Dazu müssen Therapeut und Tiere den Alltag teilen. Das macht den Mediziner zusätzlich zum "Therapiebauern", Tierpfleger, Stallknecht und Tiercoach. Nur, wer seine Tiere persönlich pflegt, kennt sie ausreichend, um erfolgreich zu arbeiten. Diese Fähigkeiten erfordern eine besondere Nähe und ein hohes Maß an nonverbaler Kommunikation.

Der spezielle Zugang über die Medizin spielt in der MTG-Therapie sicher ein wichtige Rolle, stellt aber nur eine Seite der Medaille dar. Die andere sind professioneller und therapiegerechter Umgang mit den eingesetzten Tieren sowie die Ausbildung im  Coaching. Obligat ist die regelmäßige Supervision des Therapeuten.

Dabei dient das Tier dem Therapeuten als Hilfsmittel, kann das aber nur tun, wenn auch der Therapeut seinen Tieren explizit dient. Der Therapeut ist in jeder Weise für das Wohlergehen und Wohlbefinden seiner Tiere verantwortlich, für das er gewissenhaft und mit allen Kräften sorgt. Sein Dienen am Tier und das Akzeptieren des Tieres als gleichwertiges, gleichrangiges Lebewesen derselben Schöpfung - ganz so wie es unsere Vorfahren verstanden haben - sind dabei grundlegende Voraussetzungen.

Unabdingbare Grundlagen sind Demut und Respekt vor jedem anderen Lebewesen - scheinbar gesund, krank oder mit vermeintlichem Handicap. Demut wird allerdings nicht einmal erlangt und dann behalten, sondern ist ständiges geistiges Ringen. Das Studium der "Regeln des Benedikt" hat sich dabei als sehr sinnvoll erwiesen. Jene Dinge, die dieser Mann vor mittlerweile 1500 Jahren über den Begriff Demut geschrieben hat, haben nichts an Wertigkeit und Gültigkeit verloren. Sie sind in ihrer Vollform zwar kaum umsetzbar, aber ein Ziel, nach dem zu streben, sich lohnt.

Demut, Bescheidenheit und Einfachheit sind daher Säulen, auf denen der "Brigindohof" ruht. Demut nicht nur vor den Geschöpfen, sondern ebenso vor der göttlichen Schöpfung durch naturnahe Lebensweise unter nachhaltiger Wahrung der Ressourcen.

Das gilt sowohl für unseren Garten, in dem in vielfältiger Weise Gemüse und Kräuter gezogen werden als auch für die Art wie der "Brigindohof" restauriert wurde. Es kamen nur Naturmaterialien zum Einsatz. Altes Holz wird - so wiederverwendbar - immer an den Enden "gesund geschnitten"  oder zumindest als Heizmaterial genutzt. Baum oder Strauchschnitt mit einem Walzenhäcksler zerkleinert und als Wegstreu genutzt. Steine aus dem Boden lassen sich wunderbar als Fassaden-Dekoration verwenden. Dasselbe galt für die Ziegel, die bei der Renovierung anfielen. Alte Nägel wurden herausgezogen und dem Altmetall zugeführt. Selbst mit den Kernen der Zwetschken lässt sich ein wunderbarer Schnaps mit Amarettogeschmack ansetzen. So gut wie nichts bleibt ungenützt.

Eine klare Absage an jeden Konsumtotalitarismus. Deshalb das Zitat am Beginn dieser Seite. Der hemmungslose Konsumwahn hat vielfach fatale Folgen, die getrost als Mit-Wegbereiter psychischer Überlastungsstörungen bezeichnet werden dürfen.

Mit Fantasie und etwas handwerklichem Geschick (ohne geht es auf einem solchen Hof nicht) lassen sich etwa die Gussteile alter Nähmaschinen zu Tischen, Blumenrankgittern oder in Gartentüren verbauen. Alte Pfosten-Bretter werden zu Tischplatten oder Regalen, ein altes Nudelbrett zum Terasssentisch. Identes gilt für die Einrichtung. Im Wohnbereich gibt es de facto nur restaurierte "alte" Möbel - mehrheitlich selbst überarbeitet. Alle Badezimmermöbel sind aus hochwertigem Holz selbst gezimmert. Nur Mineralfarben und Holz kamen an den Wänden zum Einsatz.

Das setzte sich nahtlos in der Therapie fort, denn viele Menschen sind vom Wettlauf um die materielle Selbstbestätigung schwer erschöpft. Geld ist keineswegs unangenehm. Wenn man allerdings die Kunst der bewussten Konsumverweigerung beherrscht, ist es nicht nur deutlich mehr wert, sondern finanzielle Fragen belasten weniger. Das bringt Lebensqualität zurück,  Zeit für sich selbst und widerspricht erfolgreich der scheinbaren Notwendigkeit, sich armselig über materiellen Erfolg definieren zu müssen, was letztlich nur aushöhlt und krank macht.

Persönliche Zufriedenheit, Ausgeglichenheit, die Fähigkeit, Schönes aktiv wahrzunehmen, demütige Lebensfreude und tieferes Verständnis für das Einfache oder Ursprüngliche sind nur eine Auswahl an "philosophischen" Botschaften, die im Gesundungsprozess eine weit wesentlichere Rolle spielen, als bislang verstanden wird.

Und schon für so manchen war die Erstbegegnung mit dem "Brigindohof" und seiner salutogenetischen Ausstrahlung nicht nur ein kreatives "Aha-Erlebnis", sondern Beginn des persönliche Aufbruchs in diese Richtung.

Denn Demut setzt sich fort im Umgang mit den Betroffenen. Sie sind nicht krank und wir gesund, nicht unten und wir oben, sondern sie durchlaufen eben eine besondere Lebenssituation, die nach bestem Wissen und Gewissen hilfreich begleitet werden soll, um Heilung oder zumindest Linderung zu erarbeiten.

Man kann für diesen therapeutischen Ansatz tatsächlich - wenn auch sehr selten - verlacht und gedemütigt werden. Menschen, die das tun, sind bemitleidenswerte Ahnungslose, die eben nicht begriffen haben. Ebenso wie jene, die eine klar medizinisch ausgerichtete Therapie mit Energetik-Hokuspokus oder Ähnlichem verwechseln.

Was in diesem Zusammenhang wesentlich erscheint, ist die Tatsache, dass ethische Standards in der heutigen Medizin vielfach verschwunden oder zu einem reinen Lippenbekenntnis verkommen sind. "Money makes Medicine go around!" Leider nicht mehr Menschenliebe. Der Arzt ist heute leider kaum noch Heilkundiger sondern oft nur mehr zahlengesteuerter Krankenkkassenapparatschik. Die Medizin schrumpft zur Statistikwissenschaft, die zwar alles misst, aber den Zugang zum Menschen vielfach verloren hat. Das ist die Ursache, warum Scharlatanerie und Unwahrheit am unseriösen Randbereich so erschreckend erfolgreich sind.   

Als Sinnbild dieser Einstellung wurde von Alfred Komarek 2017 die "Brigindomadonna" geschaffen, die seither weithin sichtbar die Schmalseite des Hauptgebäudes ziert.